Warum Eigenverbrauch so viel wert ist
Eine eingespeiste Kilowattstunde bringt derzeit 7,86 Cent. Eine selbst verbrauchte spart 35 Cent. Das Verhältnis liegt bei mehr als vier zu eins — und mit jeder Strompreiserhöhung verschiebt es sich weiter.
Bei einer typischen Anlage von 10 kWp mit 40 Prozent Eigenverbrauch bringt jeder zusätzliche Prozentpunkt rund 27 Euro im Jahr. Zehn Punkte mehr sind 270 Euro — jedes Jahr, über 25 Jahre.
Die Hebel, nach Wirkung sortiert
Erstens: Elektroauto zu Hause laden, und zwar mittags statt abends. Ein Fahrzeug mit 13.000 Jahreskilometern zieht rund 2.600 Kilowattstunden. Wird davon die Hälfte aus der eigenen Erzeugung geladen, steigt der Eigenverbrauch um 1.300 Kilowattstunden — mehr als jede andere Einzelmaßnahme.
Zweitens: Warmwasser über einen Heizstab. 300 Liter Wasser von 20 auf 60 Grad zu erwärmen speichert rund 14 Kilowattstunden — zu Kosten von wenigen hundert Euro. Kein Batteriespeicher kommt an dieses Preis-Kapazitäts-Verhältnis heran.
Drittens: Wärmepumpe mit erhöhter Vorlauftemperatur am Mittag betreiben. Das Gebäude selbst wird zum thermischen Speicher.
Viertens: Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler über Zeitschaltuhr oder Startvorwahl auf die Mittagsstunden legen. Drei Läufe pro Woche sind etwa 150 Kilowattstunden im Jahr.
Was weniger bringt, als man denkt
Smarte Steckdosen mit App-Steuerung scheitern fast immer an der Aufmerksamkeit. Was nicht automatisch passiert, passiert nach drei Wochen nicht mehr. Eine mechanische Zeitschaltuhr für neun Euro schlägt die App für neunzig, weil sie keine Entscheidung verlangt.
Auch die Optimierung der Beleuchtung bringt für den Eigenverbrauch nichts: Licht wird gebraucht, wenn die Sonne nicht scheint. Der Effekt ist real, aber er senkt den Verbrauch, statt ihn zu verschieben.
Die Grundlast kennen
Bevor Sie irgendetwas verschieben, sollten Sie wissen, was ohnehin permanent läuft. Lesen Sie den Zähler nachts im Abstand einer Stunde ab, wenn alle bewussten Verbraucher aus sind. Die Differenz ist Ihre Grundlast.
Werte unter 120 Watt sind gut, über 250 Watt deuten auf vermeidbare Dauerverbraucher hin. Diese Grundlast ist gleichzeitig die Untergrenze dessen, was ein Balkonkraftwerk zuverlässig deckt — und damit die wichtigste Zahl bei der Auslegung.
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Rechner startenAlle Ergebnisse sind Modellrechnungen auf Basis Ihrer Eingaben und statistischer Referenzdaten. Sie ersetzen keine individuelle Fachplanung.