Die Bestandteile
Ein Haushaltsstrompreis von 35 Cent je Kilowattstunde setzt sich grob so zusammen: rund 11 Cent Beschaffung und Vertrieb, rund 11 Cent Netzentgelte inklusive Messstellenbetrieb, rund 2,05 Cent Stromsteuer, rund 5,6 Cent Umsatzsteuer und der Rest aus Konzessionsabgabe sowie den Umlagen für KWK, Offshore-Netzanbindung und abschaltbare Lasten.
Nur der erste Block ist zwischen Anbietern unterschiedlich. Alles andere zahlen Sie unabhängig davon, bei wem Sie Kunde sind.
Was das für den Anbieterwechsel bedeutet
Wenn ein Anbieter 25 statt 35 Cent verlangt, unterbietet er nicht den Gesamtpreis um 29 Prozent, sondern seinen Beschaffungsanteil um deutlich mehr. Das geht entweder über eine günstigere Beschaffung, über einen Neukundenbonus, der aus dem Marketingbudget stammt, oder über beides.
Deshalb steigen Tarife nach dem ersten Jahr fast immer. Der Bonus ist einmalig, die Beschaffungsvorteile sind es meist auch. Rechnen Sie einen Tarif deshalb immer über zwei Jahre — der Tarifrechner auf dieser Seite stellt beide Jahre nebeneinander.
Netzentgelte sind Standortsache
Die Netzentgelte schwanken in Deutschland erheblich. In Regionen mit viel eingespeister Erneuerbaren-Leistung und wenig Abnahme sind sie am höchsten, in dicht besiedelten Ballungsräumen am niedrigsten. Der Unterschied kann fünf Cent je Kilowattstunde betragen.
Beeinflussen können Sie das nicht — es sei denn, Sie ziehen um. Was Sie beeinflussen können, ist der Verbrauch, der mit diesem Entgelt belastet wird. Genau hier liegt der Wert von Eigenverbrauch: Er umgeht nicht nur die Beschaffung, sondern auch Netzentgelt, Steuern und Umlagen vollständig.
Grundpreis oder Arbeitspreis?
Bei 1.200 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspricht ein um fünf Euro höherer monatlicher Grundpreis einem Aufschlag von fünf Cent je Kilowattstunde. Das ist mehr als die meisten Arbeitspreisunterschiede zwischen Tarifen.
Faustregel: Unter 2.000 Kilowattstunden zählt vor allem der Grundpreis, über 4.000 Kilowattstunden vor allem der Arbeitspreis. Dazwischen müssen Sie rechnen — analytisch lässt sich der Schnittpunkt zweier Tarife exakt bestimmen, und genau das tut der Rechner.
Rechnet sich der Wechsel wirklich?
Grundpreis, Arbeitspreis und Bonus über zwei Jahre gegengerechnet.
Rechner startenAlle Ergebnisse sind Modellrechnungen auf Basis Ihrer Eingaben und statistischer Referenzdaten. Sie ersetzen keine individuelle Fachplanung.