Das eigentliche Kriterium
Wärmepumpen im Altbau haben einen schlechten Ruf, der aus einer Zeit stammt, in der Geräte auf 35 Grad Vorlauf ausgelegt waren und alles darüber die Effizienz einbrechen ließ. Moderne Geräte mit R290-Kältemittel erreichen 70 Grad Vorlauf und arbeiten bei 55 Grad noch mit einer Jahresarbeitszahl um 3,0 bis 3,4.
Die relevante Frage lautet deshalb nicht, wie alt das Haus ist, sondern: Wie warm muss das Wasser im Heizkreis am kältesten Tag des Jahres sein, damit alle Räume ihre Solltemperatur erreichen?
Wie Sie das selbst herausfinden
Es gibt einen Test, der nichts kostet außer einem kalten Wochenende. Stellen Sie an einem Tag mit Außentemperaturen nahe dem Auslegungspunkt — in den meisten Regionen Deutschlands etwa minus zehn Grad — die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung schrittweise herunter, öffnen Sie alle Thermostate vollständig und beobachten Sie über 24 bis 48 Stunden, ob die Räume ihre Temperatur halten.
Wenn das Haus bei 50 oder 55 Grad Vorlauf warm bleibt, ist es wärmepumpentauglich, ohne dass eine Dämmung nötig wäre. Bleibt es nur bei 70 Grad warm, sind einzelne Heizkörper zu klein — was sich meist für ein paar hundert Euro je Raum beheben lässt und deutlich billiger ist als eine Fassadendämmung.
Die Wirtschaftlichkeit
Die Rechnung ist erfreulich einfach. Eine Kilowattstunde Wärme kostet bei der Wärmepumpe: Strompreis geteilt durch Jahresarbeitszahl. Beim Gaskessel: Gaspreis geteilt durch Nutzungsgrad.
Bei 27 Cent Wärmepumpentarif und einer JAZ von 3,2 sind das 8,4 Cent je Kilowattstunde Wärme. Bei 11,5 Cent Gaspreis und 88 Prozent Nutzungsgrad sind es 13,1 Cent. Die Wärmepumpe ist also günstiger, obwohl der Strom mehr als doppelt so teuer ist wie das Gas — weil sie die Energie nicht verbrennt, sondern verschiebt.
Hinzu kommt, dass der CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe planmäßig weiter steigt. Jedes Jahr verschiebt sich der Vergleich weiter zugunsten der Wärmepumpe.
Die Förderung
Die BEG-Förderung für den Heizungstausch besteht aus 30 Prozent Grundförderung, einem Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent für den Austausch einer alten funktionsfähigen Heizung, einem Einkommensbonus von 30 Prozent für Haushalte unter 40.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen und einem Effizienzbonus von 5 Prozent für natürliche Kältemittel oder Erdwärme.
Die Summe ist auf 70 Prozent gedeckelt, die förderfähigen Kosten auf 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Der maximale Zuschuss beträgt damit 21.000 Euro.
Was Sie nicht brauchen
Eine Fußbodenheizung ist nicht erforderlich. Eine Komplettsanierung der Fassade ist nicht erforderlich. Ein Pufferspeicher in Reihe ist in den meisten Anlagen sogar schädlich, weil er die Vorlauftemperatur unnötig anhebt.
Was Sie brauchen, ist eine raumweise Heizlastberechnung und einen hydraulischen Abgleich. Beides zusammen kostet einen niedrigen vierstelligen Betrag und entscheidet über mehrere tausend Euro Betriebskosten in den Folgejahren.
Wärmepumpe oder Gaskessel — was kostet weniger?
Heizkosten, Investition, Förderung und Amortisation im direkten Vergleich.
Rechner startenAlle Ergebnisse sind Modellrechnungen auf Basis Ihrer Eingaben und statistischer Referenzdaten. Sie ersetzen keine individuelle Fachplanung.