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Lohnt sich ein Stromspeicher? Die ehrliche Rechnung

Ein Speicher erhöht die Autarkie zuverlässig. Ob er sich auch rechnet, hängt an einer einzigen Zahl — den Kosten je gespeicherter Kilowattstunde.

Lesezeit: 8 Min.Aktualisiert 2. Juli 2026

Was ein Speicher tatsächlich verdient

Ein häufiger Denkfehler: Der Speicher spare den vollen Strompreis. Das stimmt nicht. Die Kilowattstunde, die er nachts abgibt, hätte er tagsüber nicht speichern müssen — sie wäre eingespeist worden und hätte die Einspeisevergütung gebracht.

Der Speicher verdient also nur die Differenz. Bei 35 Cent Strompreis und 7,86 Cent Einspeisevergütung sind das rund 27 Cent je Kilowattstunde. Alles, was der Speicher kostet, muss aus dieser Spanne bezahlt werden.

Die Kosten je gespeicherter Kilowattstunde

Rechnen Sie: Anschaffungspreis geteilt durch nutzbare Kapazität, geteilt durch die garantierte Zyklenzahl, geteilt durch den Round-Trip-Wirkungsgrad.

Ein Beispiel: 8 kWh nutzbare Kapazität für 4.400 Euro, 6.000 Zyklen, 90 Prozent Wirkungsgrad. Das ergibt 4.400 ÷ (8 × 6.000 × 0,9) = 10,2 Cent je gespeicherter Kilowattstunde. Bei einer Spanne von 27 Cent bleibt ein Überschuss — der Speicher trägt sich.

Der Haken: Die Zyklenzahl wird nur erreicht, wenn der Speicher auch wirklich täglich vollständig durchläuft. In der Praxis kommen Haushaltsspeicher auf 200 bis 280 Vollzyklen pro Jahr. Nach 20 Jahren sind das rund 5.000 Zyklen — die Kalenderalterung wird dann eher zum begrenzenden Faktor als die Zyklenzahl.

Warum die Autarkie sättigt

Ein Speicher kann nur den Überschuss eines Tages in die folgende Nacht verschieben. Sobald er groß genug ist, um eine durchschnittliche Nacht zu überbrücken, bringt zusätzliche Kapazität nur noch an wenigen besonders ertragreichen Tagen etwas.

Genau das zeigt die Sättigungskurve im Speicher-Rechner. Die ersten vier Kilowattstunden heben die Autarkie typischerweise von 30 auf 55 Prozent. Die nächsten vier bringen noch etwa zehn Punkte. Die dritten vier bringen drei.

Winterautarkie ist mit haushaltsüblichen Speichern nicht erreichbar. Im Dezember fällt in Deutschland rund ein Zehntel des Juni-Ertrags an — dafür bräuchte es einen saisonalen Speicher, nicht einen Tagesspeicher.

Wann sich ein Speicher lohnt, auch ohne Rendite

Nicht jede Kaufentscheidung ist eine Renditeentscheidung. Ein Speicher mit Notstromfunktion hat einen Wert, der sich nicht in Cent je Kilowattstunde ausdrücken lässt. Wer eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto betreibt, verschiebt außerdem deutlich mehr Energie und erreicht die Zyklen leichter.

Umgekehrt gilt: Wer die Wahl zwischen mehr Modulen und einem Speicher hat, fährt fast immer mit mehr Modulen besser. Ein zusätzliches Kilowatt Peak kostet ein Drittel einer Kilowattstunde Speicher und erzeugt jedes Jahr aufs Neue Strom, statt nur vorhandenen zu verschieben.

Wie viel Speicher brauchen Sie wirklich?

Die wirtschaftlich optimale Kapazität statt der größten Kapazität.

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Alle Ergebnisse sind Modellrechnungen auf Basis Ihrer Eingaben und statistischer Referenzdaten. Sie ersetzen keine individuelle Fachplanung.