Zum Inhalt springen
Amperecalc

Solar & Speicher

Wie viel Speicher brauchen Sie wirklich?

Jede zusätzliche Kilowattstunde Speicher bringt weniger als die vorige. Dieser Rechner zeichnet die Sättigungskurve für Ihre Anlage und markiert den Punkt, ab dem sich weiterer Speicher nicht mehr rechnet.

Wie wir rechnen

Rechenmodell

  1. 01

    Für jeden Monat wird ein typischer Tagesgang aus Erzeugung und Last gebildet und stündlich durchsimuliert.

  2. 02

    Überschuss lädt den Speicher bis zur nutzbaren Kapazität, Unterdeckung entlädt ihn — mit Round-Trip-Wirkungsgrad und Entladetiefe.

  3. 03

    Der Rechner wiederholt diese Simulation für jede Speichergröße und zeichnet daraus die Autarkiekurve.

  4. 04

    Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus den Speicherkosten je gespeicherter Kilowattstunde über die Zyklenlebensdauer.

Gut zu wissen

  • Faustregel für die Praxis: etwa 1 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch, gedeckelt auf die Anlagengröße in kWp.
  • Nutzbare Kapazität ist nicht Nennkapazität — je nach System liegen 5 bis 20 Prozent Reserve dazwischen.
  • Ein Speicher erhöht die Autarkie, senkt aber die Rendite pro investiertem Euro gegenüber der reinen PV-Anlage.

Recht & Förderung

Was in Österreich gilt

Die Rechtslage bestimmt, mit welchen Grenzwerten und Vergütungen dieser Rechner arbeitet.

Keine garantierte Einspeisevergütung — der Preis ist Verhandlungssache

Österreich kennt kein Pendant zur deutschen EEG-Vergütung. Was Sie für Überschussstrom bekommen, legt Ihr Stromlieferant fest.

Typische Spanne
3–11 ct/kWh
Garantie
keine gesetzliche

Das ist der größte wirtschaftliche Unterschied zu Deutschland. Der Rechner arbeitet mit einem Mittelwert — holen Sie ein konkretes Angebot ein, bevor Sie damit kalkulieren.

Details einblenden

Die Vergütung folgt in der Regel dem Börsenpreis, teils mit Abschlag, teils als Fixpreis über ein oder zwei Jahre. Sie kann sich nach Vertragsende deutlich ändern — nach oben wie nach unten.

Für die Wirtschaftlichkeit heißt das: Eigenverbrauch zählt in Österreich noch mehr als in Deutschland. Eine Anlage knapp auf den Eigenbedarf zu dimensionieren ist hier eher vertretbar als dort.

Über die Marktprämie der OeMAG gibt es für größere Anlagen einen geförderten Weg, der aber an Ausschreibungen gebunden ist und für Haushaltsanlagen selten relevant ist.

Energiegemeinschaften: der österreichische Sonderweg

Überschussstrom lässt sich direkt an Nachbarn weitergeben — zu selbst vereinbarten Preisen und mit reduzierten Netzentgelten.

Netzentgelt-Rabatt
bis 57 % (lokale Ebene)
Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft
gleiche Netzebene
Bürgerenergiegemeinschaft
bundesweit möglich
Details einblenden

Österreich hat die EU-Vorgaben zu Energiegemeinschaften deutlich ambitionierter umgesetzt als Deutschland. Wer eine Anlage betreibt, kann Überschuss an Mitglieder der Gemeinschaft verkaufen, statt ihn zum niedrigen Marktpreis abzugeben.

Praktisch ist das der wirksamste Hebel gegen die fehlende Einspeisevergütung: Statt drei bis elf Cent lassen sich innerhalb einer Gemeinschaft oft fünfzehn bis zwanzig Cent erzielen — und der Abnehmer zahlt trotzdem weniger als beim Lieferanten.

Diese Zusammenstellung ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Regelungen in diesem Bereich ändern sich mehrmals jährlich — prüfen Sie vor einer Investition die verlinkte Primärquelle oder fragen Sie einen Fachbetrieb.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Warum steigt die Autarkie nicht linear mit der Speichergröße?

Ein Speicher kann nur den Überschuss eines Tages in die Nacht verschieben. Ist er groß genug für die durchschnittliche Nacht, bringt zusätzliche Kapazität nur noch an wenigen besonders sonnigen Tagen etwas. Die Kurve läuft deshalb in eine Sättigung.

Kann ich mit einem Speicher autark werden?

Im Jahresmittel nicht. Der Winterbedarf lässt sich mit haushaltsüblichen Speichern nicht decken, weil im Dezember nur etwa ein Zehntel des Juni-Ertrags anfällt. Realistisch sind 55 bis 80 Prozent Autarkie über das Jahr.

Was kostet mich eine gespeicherte Kilowattstunde?

Speicherpreis geteilt durch die Anzahl der Zyklen mal nutzbarer Kapazität mal Wirkungsgrad. Der Rechner weist diesen Wert direkt aus — liegt er unter Ihrem Strompreis, lohnt der Speicher.

Alle Ergebnisse sind Modellrechnungen auf Basis Ihrer Eingaben und statistischer Referenzdaten. Sie ersetzen keine individuelle Fachplanung.